Unterschätzte Hilfsmittel: Der Rollator

Geschrieben am 09.10.2014 von in Allgemein, Gesundheit, Historie

Erfunden wurde der Rollator im Jahr 1978 von der durch eine Kinderlähmung gehbehinderten Schwedin Aina Wifalk. In Deutschland gibt es die Gehwagen seit etwa 25 Jahren, in denen sich das Bild vom Rollator bei den Senioren sehr verändert hat: Die ersten sperrigen und schweren Exemplare galten als Sinnbild für das Älterwerden: Heute sind es moderne und schicke Lifestyle-Produkte. Sie versprechen Mobilität und stehen für die Rückgewinnung der Lebensqualität.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Feststellbare Bremsen, praktische Transporttaschen oder –körbe sowie Klemmen für Regenschirm oder Gehstock gehören inzwischen zur Standardausrüstung eines Rollators. Bei Bedarf kann dieser komplett von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert werden. Neben den Standardmodellen gibt es aber auch eine Vielzahl von Herstellern, die teurere und luxuriösere Produkte anbieten. Auch Sonderwünsche, die von den Krankenkassen nicht, oder nur teilweise finanziert werden, sind in der Regel kein Problem.

In jedem Falle ist der Krankenkasse die Notwendigkeit des Rollators durch eine Verordnung eines Arztes nachzuweisen. Sind zur sicheren Bedienung des Rollators bestimmte Sonderausstattungen notwendig, so sollten diese vom Arzt in der Verordnung berücksichtigt werden. Kann ein Benutzer beispielsweise die herkömmlichen Griffe oder Bremsen nicht sicher bedienen, verordnet der Arzt eine Unterarmauflage oder Einhandbremse. Die zusätzlichen Kosten trägt in diesem Falle üblicherweise die Krankenkasse.

moderner Rollator

Beide Fotos auf dieser Seite: Jos van Galen, freeimages

Worauf ist zu achten?

Wie bei allen Hilfsmitteln sollte auch der Rollator optimal an seinen Besitzer angepasst sein: Höhe und Gewicht sollten so ausgelegt sein, dass mit dem Rollwagen ein bequemes und sicheres Gehen ermöglicht wird. Auch als Sitz sollte der Rollator bequem passen und genügend Halt und Sicherheit bieten. Dabei ist zum Beispiel darauf zu achten, ob eine Rückenlehne benötigt wird. Insbesondere müssen die Bremsen durch den Benutzer leicht und problemlos bedient werden können. Zu den Leistungen der Krankenkasse gehört es auch, dass ein Händler oder Service-Techniker das Gerät individuell auf die Bedürfnisse des Benutzers einstellt und anpasst.

Hat man den passenden Rollator gefunden und sich an die Benutzung gewöhnt, stellt der Rollator für viele Senioren eine große Erleichterung dar, die sie nicht mehr missen möchten.

Auch im Netz berichten viele Rollator-Benutzer von ihrer wieder gewonnenen Freiheit:

  • Der Lebensretter“ – Zeitungsbericht in der Deutschen Presse von Wolfgang Engel
  • Der Rollator“ – Eine Glosse von Luise F. Pusch

Rollatoren im Test

Die Stiftung Warentest hat Anfang des Jahres insgesamt 15 verschiedene Modelle von routinierten Rollatornutzern zwischen 75 und 81 Jahren testen lassen. Das Ergebnis des Tests kann auf der Internetseite gegen eine Gebühr von 2,50 € freigeschaltet werden. Das Fazit: Wer einen guten Rollator will – und das sind in der Regel solche Modelle, die sich längs zur Fahrtrichtung zusammenklappen lassen – wird den Rollator aus eigener Tasche mitfinanzieren müssen.

Der Rollator-Tag

Unter dem Motto „Mit dem Rollator sicher und gesund unterwegs“ findet in verschiedenen deutschen Städten an unterschiedlichen Terminen der sogenannte „Rollator-Tag“ statt. Wer noch nie einen Rollator in der Hand hatte, kann eine erste Probefahrt machen, routinierte Benutzer können ihr Gefährt prüfen lassen oder ihr Können auf einem kleinen Testparcours unter Beweis stellen. Für kurzentschlossene Münchner findet heute, am 9. Oktober der letzte Rollator-Tag in diesem Jahr beim Reha-Team Danzeisen (Am Schützeneck 8) statt:

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8 Antworten zu “Unterschätzte Hilfsmittel: Der Rollator”

  1. […] zu den ersten Ausrüstungsgegenständen, die man sich anschafft. Bei vielen Rollatoren gehören Körbe oder Einkaufsnetze inzwischen schon zur Standardausstattung. Wer für einen besonderen Anlass ein ausgefallenes Accessoire sucht, dem empfehlen wir einen […]

  2. Farid sagt:

    Find ich doch sehr prima.
    Gruß Farid

  3. Thomas sagt:

    Ich interessiere mich selbst für dieses Thema und muss sagen, schön geschrieben und in wenigen Worten das Wesentliche zusammengefasst.

    Das Thema Krankenkasse ist für viele immer noch mit einem grossen Fragezeichen behaftet. Ich denke vor allem auch daher, weil das Theme durch die verschiedenen Leistungen der unterschiedlichen Krankenkassen doch sehr unübersichtlich ist und sich Betroffene kurzfristig mit der Materie auseinander setzen müssen. Grundsatzlich sollte der behandelnde Arzt aber alle Fragen diesbezüglich beantworten können. Trotz alle dem bekomme ich immer wieder zu erfahren, dass nicht jeder auf Anhieb weiß, in welcher Reihenfolge die entsprechenden Maßnahmen zu treffen sind.

  4. Anna sagt:

    Ein Rollator Training ist sehr wichtig, um den Umgang mit einem Rollator zu trainieren. Stürtze können sehr schnell Lebensgefärhlich werden.

  5. Gudrun sagt:

    Hallo meine lieben.

    Mein Vater wird sich in wenigen Wochen auch einen Rollator kaufen und euer Bericht hat mir wirklich geholfen um die ersten Dinge darüber herauszufinden. Ich finde Rollatoren prinzipiell sehr interessant für ältere Menschen weil sie das Leben wirklich verbessern und freier gestalten könne. Danke für eure Hilfe.

    LG

  6. […] zu den ersten Ausrüstungsgegenständen, die man sich anschafft. Bei vielen Rollatoren gehören Körbe oder Einkaufsnetze inzwischen schon zur Standardausstattung. Wer für einen besonderen Anlass ein ausgefallenes Accessoire sucht, dem empfehlen wir einen […]

  7. […] und wenig gesunde Verhaltensweisen kennt man auch von anderen Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Rollatoren, Hörgeräten, Elektromobilen oder natürlich auch Treppenliften. Wer gesteht sich schon gerne […]

  8. Baron sagt:

    Wir haben den Rollator für meinen Dad gekauft, da dieser nach einem Schlaganfall nur schwer wieder auf die Beine kommt und ein sicheres Laufen ohne Hilfe im Moment noch nicht wieder geht. Der Rollator ist wirklich gut verarbeitet und alles funktioniert tadellos. Höhenverstellung, Klappmechanismuss, Bremsen, Räder etc. alles ist wirklich stabil und durchdacht. Ich kann den Weinberger Rollator bedenkenlos empfehlen und hoffe mein Dad ist trotz des guten Produktes irgendwann nicht mehr auf ihn angewiesen.

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