Einkaufs-Rollstuhl

7 nützliche Ausrüstungsgegenstände für Rollstuhlfahrer

Geschrieben am 31.10.2014 von in Allgemein, Barrierefreiheit + Inklusion, Menschen + Medien

Keine Frage, die meisten Rollstuhlfahrer wissen, welche Ausrüstung für sie sinnvoll ist. Dennoch wagen wir uns an dieser Stelle an eine Liste mit Dingen, die für Rollstuhl- oder Rollatorfahrer nützlich sein können und die vielleicht noch nicht jeder kennt:

  1. Den ersten Platz muss wohl das Smartphone belegen. Egal ob zur Kommunikation oder Navigation: Ein Smartphone bietet fast alles, was man in fremder Umgebung brauchen kann und ist dabei noch relativ einfach und barrierearm zu bedienen. Man spart sich Stadtkarten, Reiseführer, Kompass und in dunklen Nächten oder Hausfluren bietet es zumindest ein klein wenig Licht. Für Menschen mit Behinderungen gibt es zudem viele sinnvolle und individuelle Apps, die das Leben leichter machen. Aber darauf werden wir in den kommenden Wochen in einem separaten Blogeintrag noch näher eingehen.
  2. Die Bedienung eines Smartphones gestaltet sich im Rollstuhl natürlich nicht immer einfach. Insbesondere wenn man auf dem Weg öfters die Navigation im Auge behalten will, ist eine Halterung nützlich. Besonders positiv ist uns unter den vielen Angeboten das „Bikepad“ aufgefallen, das ohne hakelige Halterungen oder Verschlüsse auskommt. Das Smartphone (oder auch Tablet) muss nur leicht auf die Fläche der Halterung aufgedrückt werden und bleibt dann sehr stabil haften.
  3. Wer das Bikepad oder auch andere Dinge an seinem Rollstuhl oder Rollator nicht in greifbarer Nähe befestigen kann, dem sei ein flexibler Gelenkarm empfohlen, je nach Hersteller auch „Magic-“ oder „Swivel-Arm“ genannt. Da diese praktischen Halterungen oft von Fotografen verwendet werden, findet man sie zumeist im Foto- und Elektronik-Fachhandel.
  4. Eine Halterung der etwas einfacheren und auch günstigeren Art stellt „Toolflex“ her. Bekannt sind diese kleinen Greifer eigentlich aus der Garage, wo sich dank ihrer Hilfe Besen, Spaten oder Schneeschieber mit einem einfachen Handgriff an der Wand aufhängen lassen. Zur Montage am Rollstuhl oder Rollator gibt es spezielle „Rohrbefestigungen“. Damit können Gehhilfen, Regenschirme oder Greifarme bequem am Rollstuhl oder Rollator befestigt und vor allem auch einfach und mit einer Hand wieder gelöst werden.
  5. Taschen, Rucksäcke oder Körbe gehören wohl zu den ersten Ausrüstungsgegenständen, die man sich anschafft. Bei vielen Rollatoren gehören Körbe oder Einkaufsnetze inzwischen schon zur Standardausstattung. Wer für einen besonderen Anlass ein ausgefallenes Accessoire sucht, dem empfehlen wir einen Blick auf die Plattform Dawanda: Hier findet man ausgefallene Designs und Unikate. Nach Rücksprache realisieren viele Anbieter auch Sonderwünsche. Alternativ und zeitlos: die klassische Rahmen- oder Satteltasche aus Leder vom Altherrenfahrrad.
    Was drin sein sollte?
  1. Gerade in der jetzt anbrechenden dunklen Jahreszeit, empfiehlt es sich, den Rollstuhl im Straßenverkehr sichtbar zu machen. Insbesondere manuelle Rollstühle werden oftmals noch immer ohne Reflektoren ausgeliefert. Seitlich empfehlen sich statt der herkömmlichen „Katzenaugen“ (also den orangefarbenen Reflektoren, die zwischen die Speichen geklemmt werden und ständig verloren gehen) sogenannte Speichensticks. Wer auch für vorne oder hinten keine separaten Reflektoren anbringen möchte, kann an den Streben des Rollstuhls selbstklebende Reflektor-Folie anbringen.
    Auch eine aktive Beleuchtung mit weißen und roten Lampen ist dank LEDs mittlerweile einfach und problemlos machbar. Das Licht ist deutlich heller als herkömmliche Glühbirnen und die Batterien halten wesentlich länger. Die Befestigung ist dank Klemm- oder Steckverbindungen in der Regel sehr einfach. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat einige dieser Leichtgewichte genauer unter die Lupe genommen. Uns gefällt natürlich das Modell „HIRO“ von Sigma Sport am besten 😉 .
  2. Neben Lichtsystemen bietet Sigma Sport auch verschiedenste Tachometer-Systeme an. Diese Geräte gibt es natürlich auch von zahlreichen anderen Herstellern und sie sind hauptsächlich für Fahrräder konzipiert, lassen sich aber in der Regel auch für Rollstühle nutzen. Vor der Montage am Rollator sollte man hingegen die Merkmale des Gerätes genauer unter die Lupe nehmen, denn einige Tachometer-Systeme setzen einen Raddurchmesser von mindestens 30cm voraus. Neue oder teurere Modelle kommen ohne eine störende Kabelverbindung vom Rad zum Gerät aus und messen nicht nur die Geschwindigkeit, sondern können auch verschiedene Entfernungen und Zeiten messen und selbstverständlich auch die Uhrzeit anzeigen. Für E-Rollis kann das helfen, um die Reichweite im Auge zu behalten und die Leistungsfähigkeit des Akkus zu überprüfen. Für manuelle Rollator- oder Rollstuhlfahrer kann ein Tachometer als „Motivationsanschub“ dienen, um doch noch mal eine kleine Runde draußen zu drehen. Wer noch mehr Funktionen benötigt oder seine Leistungen dokumentieren und auswerten möchte, sollte dann ggf. doch noch mal auf den ersten Tipp dieser Liste schauen. 😉

Es kämen natürlich noch viele Weitere Accessoires, Gadgets oder Ausrüstungsgegenstände für diese Liste in Frage, wie beispielsweise Becherhalter, Klingeln, Uhren, oder gar Action-Kameras. Letztendlich muss jeder selbst herausfinden, was für den täglichen Bedarf sinnvoll ist. Raùl Krauthausen stellt auch viele weitere interessante Rollstuhl-Gadgets in seinem Blog vor und hat einen guten Tipp, wie man sein Smartphone am E-Rollstuhl aufladen kann.

Titelbild von Mike Mozart auf Flickr unter CC BY 2.0

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