Barreierefreier Zugang zum Bielefelder Rathaus

Rampen: Licht und Schatten

Geschrieben am 07.11.2014 von in Allgemein, Barrierefreiheit + Inklusion

Hin und wieder werden wir gefragt, ob es nicht ausreicht, statt einer Rollstuhl-Hebebühne oder eines Schrägaufzugs eine Rampe zu installieren. Und wie immer ist die Antwort gar nicht so einfach, denn die Frage, ob eine Rampe möglich ist hängt von vielen Faktoren ab. Grundsätzlich gilt: Für fest installierte Rampen, die von Rollator- und Rollstuhlfahrern oder von Kinderwagen mit Begleitperson befahren werden sollen gelten Regelungen, die beispielsweise in der DIN Norm 18040 für barrierefreies Bauen festgeschrieben sind.

In Treppe integrierte Rampe

Foto: Alyson Hurt
Flickr (CC BY 2.0)

Demzufolge darf eine Rampe eine Steigung von höchstens 6% aufweisen. Spätestens alle 6 Meter sowie am Anfang und am Ende der Rampe ist ein Zwischenpodest bzw. eine Bewegungsfläche von mindestens 1,5 Metern vorgeschrieben. Eine Rampe mit zwei Längen (à 6 Meter), drei Podesten (Anfang, Mitte und Ende) ist somit mindestens 16,5 Meter lang und kann einen Höhenunterschied von 72 Zentimetern ausgleichen. Um diese Länge zu erreichen, kann die Rampe beispielsweise in Serpentinen angelegt werden. Rampen, die wie auf dem Bild rechts in Treppen integriert sind, sehen schick aus, allerdings fehlen ihnen oftmals die nach DIN-Norm vorgesehenen Radabweiser mit einer Höhe von 10 Zentimetern und beidseitige Handläufe.

All diese Vorgaben klingen zunächst streng, sie machen aber Sinn. Bei fest verankerten Rampen ist davon auszugehen, dass Rollator- und Rollstuhlfahrer sie ohne fremde Hilfe benutzen. Höhere Neigungswinkel stellen dann nicht nur eine große körperliche Anstrengung dar, es besteht auch die Gefahr, dass Rollstuhlfahrer beim Herauffahren nach hinten kippen.

zu steile Rampe an einer TreppeVon der Benutzung einer Rampe, die einfach auf eine normale Treppe mit einem Neigungswinkel von mehr als 20° aufgelegt ist, ist mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen dringend abzuraten. Diese eignet sich eventuell, um ein Fahrrad die Treppe hoch zu schieben, ist ansonsten aber nur für wagemutige Skateboardfahrer geeignet.

 

Unproblematisch sind hingegen in der Regel mobile Rampen, mit denen ein oder zwei Treppenstufen überbrückt werden können, um den Zugang beispielsweise zu Cafés oder Geschäften zu ermöglichen. Die Gefahren, die von einer fest installierten Rampe ausgehen, werden hier dadurch abgeschwächt, dass jemand die Rampe auslegen muss und derjenige den Benutzer anschließend absichern kann. Nicht unerwähnt lassen wollen wir an dieser Stelle das Projekt Tausendundeinerampe, welches soziale Einrichtungen, Vereine und gemeinnützige Organisationen mit kostenlosen mobilen Rampen unterstützt und dazu fortlaufend Spenden sammelt.

Weiterführende Links:

  • Das manche Rampen noch weniger Sinn machen als das obige Beispiel aus unserer Heimatstadt Bielefeld zeigt diese englische Internetseite.
  • Physikbegabte erfahren auf Wikipedia und Leifiphysik.de noch mehr über die Berechnungen von Rampen.

Wer sich seine eigene Rampe bauen will, kann das natürlich auch tun:

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Eine Antwort zu “Rampen: Licht und Schatten”

  1. Melanie sagt:

    Hallo,

    sehr informativer Artikel, es gibt meiner Meinung nach immer noch viel zu wenige Rampen und Aufzüge die es Rollifahren einfach machen sich durch die Stadt zu bewegen.

    LG

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