Tanja Kollodzieyski alias Rollifräulein

7 Fragen an: Rollifräulein Tanja Kollodzieyski

Geschrieben am 14.11.2014 von in Allgemein, Sieben

Tanja Kollodzieyski alias „Rollifräulein“ ist Studentin, Bloggerin und Social-Media-Expertin. Finanziert durch ein von ihr gestartetes Crowdfunding Projekt ist sie im Sommer mit dem Zug durch Südeuropa gereist und schreibt nun einen Reiseführer über ihre Erfahrungen im Rollireisen. Auch für das HIRO-Blog hat sie schon berichtet. Ihr Motto: „Man muss nicht im Mittelpunkt stehen. Man kann auch sitzen“.

Welches Ereignis in Deinem Leben hat Dich am meisten bewegt?

Ich tue mich immer schwer damit, das wichtigste Ereignis zu bestimmen, weil einfach so viel passiert ist, was für mich früher oder später wichtig war. Berührt hat mich aber sehr, dass mich so viele Menschen bei meiner Reise und dem Buch unterstützt haben, weil ich diesen Rückhalt wirklich nicht erwartet hatte.

Du willst wegen des Reiseführers noch nicht zu viel verraten, aber erzählst Du uns eine kleine Reise-Anekdote?

Es war genauso, wie ich mir vorstellt habe: verrückt, bunt und auch etwas anstrengend. Eine meiner Lieblings-Ankedoten ist, dass wir tatsächlich eine Nacht am Bahnhof von Marseille gestrandet sind, weil wir einen Zug verpasst haben. Das war nicht gerade angenehm, aber – Rollstuhl hin oder her – es gehört fast zur einer Interrailreise dazu und es war definitiv eine prägende Erfahrung. Mein Reisetipp bleibt aber immer noch Barcelona – das „Neckar der Barrierefreiheit“.

Wenn es keine Barrieren in Deinem Leben mehr gäbe, was würdest Du als erstes tun?

Neulich erst habe ich gesagt, dass ich in so einen Fall zum Uni-Radio zurückkehren würde, um Chef vom Dienst (CvD) zu werden. Mir hat die ehrenamtliche Redaktionsarbeit viel Spaß gemacht und ich habe extrem viele Erfahrungen gesammelt. Allerdings konnte ich nie „CvD“ werden, da meine Sprachbehinderung mich als Nachrichtensprecher disqualifiziert.

Ansonsten würde ich beim nächsten Poetry-Slam auftreten, aber auch das ist wegen der Sprache schwierig. Und ich würde endlich die Bochumer Kammerspiele besuchen, die ein großartiges Theaterprogramm anbieten, aber leider gar nicht barrierefrei sind…

Du studierst Literatur und bloggst auch darüber. Welches Buch würdest Du uns empfehlen?

Da muss ich nicht lange überlegen, ganz klare Empfehlung: Dachdecker wollte ich eh nicht werden – von dem Handicap-Aktivisten Raul Krauthausen. Cooler Typ – aufregendes Leben – unterhaltsame Autobiografie.

Wovon bist Du „abhängig“?

Vom Internet! Nicht auf die Art, dass ich nicht mal einen Tag darauf verzichten könnte. Aber die berühmte einsame Insel ohne WLAN? Nein danke. Wie soll ich denn ein barrierefreies Floß bauen, ohne eine Anleitung von Google und Youtube?! 😉

Abgesehen von Google und YouTube, Facebook oder Twitter: Was ist Deine Lieblingswebsite / Dein Surftipp für unsere Leser?

Als Bloggerin bin ich natürlich vor allem auf anderen Blogs unterwegs und ich bin wirklich froh, dass sich gerade eine ganze Spähre an Handicap-Bloggern entwickelt. Aus dem Grund kann ich nicht alle meine Lieblingsblogs nennen, ohne den Rahmen zu sprengen. Stellvertretend würde ich den Blog von Laura Gehlhaar empfehlen, die ähnlich wie ich ihren Alltag mit einer Prise Humor nimmt.

Derzeit machst Du Deinen Master im Literaturwissenschaft- und Germanistikstudium, twitterst, hast einen Blog und eine eigene App und schreibst an einem Reiseführer. Was machst Du in 7 Jahren?

In 7 Jahren twittere und blogge ich hoffentlich immer noch – oder mache das, was wir alle dann ersatzweise machen werden. Im Unterschied zu heute würde ich mir allerdings wünschen, dass ich mir dann eine gewisse Sicherheit in Form eines Jobs aufgebaut habe.

Alternativ gibt es dann vielleicht das Rollifräulein-Unternehmen. Ich wünsche mir einfach, dass mein zukünftiges Ich viel Spaß hat, was auch immer es macht und sich dabei nicht viel um die Zukunft sorgen muss.

 

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