Hilfe? Nein Danke!

Geschrieben am 22.03.2016 von in Allgemein, Gesundheit, Menschen + Medien

Treppenlifte und Haushaltsroboter? Da winken viele Senioren ab. Sie wissen, sich selbst zu behelfen.“

Dies hat Helga Pelizäus-Hoffmeister festgestellt. Die Soziologie-Professorin der Bundeswehr-Universität München erforscht, welche Produkte älteren Menschen nutzen. Oder besser gesagt: Welche Produkte ältere Menschen nutzen. Denn das kleine „n“ im ersten Satz macht den großen Unterschied aus.

In Gesprächen mit unseren Kunden merken wir tagtäglich, dass viele Senioren beim Thema Treppenlift abwinken. In der Regel können wir unsere Produkte erst dann anbieten, wenn die Treppe mehr als nur ein quälendes Hindernis und ein Umzug die einzige Alternative ist. Irgendwann geht es einfach nicht mehr, aber bis dahin beißt man die Zähne zusammen. Ganz ähnliche Erfahrungen hat auch das Team von Frau Pelizäus-Hoffmeister gemacht, wie sie im Interview berichtet:

Eine ältere Dame stellte sich immer quer zum Geländer, als sie die Treppe nutzte, und ging in einer Art Nachstellschritt langsam nach unten. Da dachten wir, wir hätten unsere erste Problemlage und die Mitarbeiterin, eine Ethnologin, die die Feldforschung dort machte, schlug einen Treppenlift vor. Da war die Dame ganz empört. Einen Treppenlift hätte sie nicht akzeptiert, da sie das Treppensteigen als eine Art Training sah. Das war eine Quintessenz der Untersuchungen: Man muss anerkennen, dass Senioren selbst über eine sehr große Kompetenz verfügen, ihren Alltag zu bewältigen.“
Süddeutsche Zeitung online, 8.3.2016

Bewegung hält fit

Sport und regelmäßige Bewegung sind die beste Vorbeugung, um bis ins hohe Alter fit und mobil zu bleiben. Was viele Senioren dabei jedoch leider außer Acht lassen ist die Tatsache, dass eine Treppe im Alter nicht unbedingt der beste Trainingsort ist. Etwa ein Drittel der Senioren über 65 Jahren stürzt mindestens einmal im Jahr, insbesondere Stürze auf Treppen bleiben meist nicht ohne Folgen. Auch wenn man die Treppe noch ohne fremde Hilfe meistern kann, sollte man diese Gefahren nicht außer Acht lassen.

Selbstverständlich muss man anerkennen, dass Senioren über eine sehr große Kompetenz verfügen, ihren Alltag zu bewältigen. Gleichzeitig sollten Angehörige, Freunde und nicht zuletzt Senioren selbst anerkennen, dass vieles im Alter nicht mehr so leicht von der Hand geht, wie man es gewohnt ist. Das ist in der Regel kein Problem, denn viele Tätigkeiten lassen sich langsamer und mit mehr Bedacht ausüben. Bei manchen Dingen ist es jedoch sinnvoll, im Zweifelsfall auf Hilfe oder Unterstützung zurückgreifen zu können. An einem Tag, an dem es mal nicht so gut läuft einen Treppenlift nutzen zu können, ist sicherlich kein Anzeichen dafür, dass man seinen Alltag nicht mehr selber meistern kann.

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