bemooste Treppe

7 Stolperfallen, die sich leicht vermeiden lassen

Geschrieben am 24.08.2016 von in Allgemein, Gesundheit, Sieben

Stürze haben insbesondere für ältere Menschen oftmals gravierende Folgen. Selbst wenn man den Sturz an sich unbeschadet übersteht, können Angst und Unbehagen großen Einfluss auf die künftige Mobilität und Selbständigkeit haben.

Die Ursache für einen Sturz oder ein Stolpern ist in der Regel eine Kombination unglücklicher Umstände: Nicht barrierefrei gestaltete Gebäude mit zu hohen Türschwellen, zu niedrigen Treppenabsätzen oder fehlenden Handläufen stellen ein großes Sturzrisiko dar. Schlechte Wetterverhältnisse, die zu rutschigen Wegen führen oder die Sicht beeinträchtigen, können dieses Risiko erhöhen. Zudem kann auch die Gesundheit und das Wohlbefinden eine Rolle spielen: Müdigkeit, Blutdruckschwankungen oder Gleichgewichtsstörungen können ebenso einen Sturz begünstigen wie Unachtsamkeit, Beeinträchtigungen der Sinnesorgane oder die (falsche) Einnahme von Medikamenten.

Die meisten Stürze ereignen sich nicht auf offener Straße oder in öffentlichen Gebäuden, sondern in den eigenen vier Wänden. Dort gibt es häufig Stolperfallen, die sich im Gegensatz zu den oben genannten leicht vermeiden lassen:

Laut einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gab es im Jahr 2014 im Hausbereich mehr als drei Mal so viele Unfälle wie im Straßenverkehr!

1. Fehlende oder schlechte Beleuchtung

Wer kennt solche Situationen nicht? Ungünstig ausgeleuchtete Wege und Treppen bergen Risiken, bei denen man besser genau hinschaut, bevor man stolpert. Zu Hause sollte man auf jeden Fall für gute Lichtverhältnisse sorgen: Tagsüber können Gardinen blendende Sonnenstrahlen zerstreuen, Abends und im Dunkeln helfen Nachtlichter, auch im schlaftrunkenen Zustand die Orientierung zu behalten. Die Leuchtmittel sollten so gewählt werden, dass sie weder zu hell noch zu dunkel sind.

Treppe, deren Konturen durch den Schatten eines Baumes undeutlich sind

Lichtschalter sollten an Ein- und Ausgängen eines Raumes sowie oben und unten an Treppen angebracht sein, damit sie aus jeder Richtung nutzbar sind. Automatische Zeitschaltuhren für Lampen müssen ausreichend lange eingestellt sein, sodass man sich nicht beeilen muss, um nicht plötzlich im Dunkeln zu stehen.

 

2. Versperrte Wege

Alle Möbel und Gegenstände in der Wohnung sollten bequem und sicher erreichbar sein. Räume, die mit Möbeln, Dekorationen oder Gegenständen überladen sind, bieten viele Stolperfallen. Wege, auch die innerhalb eines Raumes, müssen frei von Gegenständen sein, Verlängerungskabel sind entlang der Wände zu verlegen und sollten unbedingt befestigt werden, sodass sie nicht in den Raum hinausragen können. Blumenvasen und Dekorationen gehören nicht in Bereiche, in denen man üblicherweise geht, insbesondere nicht auf Treppenstufen oder -absätze. Dinge, die oft „im Weg stehen“ sollten dauerhaft so untergebracht werden, dass man nicht Gefahr läuft, darüber zu stolpern. Im Zweifelsfall sollte man lieber auf das ein oder andere Möbel- oder Dekorationsstück verzichten, auch wenn es schwer fällt.

3. Falsches Schuhwerk

Abgetragene oder glatte Sohlen, hohe Absätze oder schlecht sitzende Schuhe ohne guten Halt sind ebenfalls ein großes Risiko. Geeignetes Schuhwerk sollte gut sitzen, sich leicht und bequem an- und ausziehen lassen und eine rutschfeste Sohle haben. So schützen sie die Füße und Fußgelenke vor dem Ausrutschen oder Umknicken. Abgetragene Schuhe sind vielleicht besonders bequem, bieten aber mitunter nicht mehr ausreichend Halt und sollten daher rechtzeitig ersetzt werden.

Flip Flops

4. Fehlende oder unpassende Hilfsmittel

Ein Stuhl ist weder Haltegriff noch Trittleiter. Sobald man an bestimmten Stellen ein Hilfsmittel benötigt, sollte man das passende Mittel zur Hand haben und keine Kompromisse eingehen müssen. Haltegriffe lassen sich beispielsweise schnell und problemlos nachrüsten und bieten weit mehr Halt und Sicherheit als ein Möbelstück.

Wenn man Probleme mit dem Gehen hat oder zwischendurch mal eine Ruhepause braucht ist ein Rollator ein passendes Hilfsmittel. Muss er aber regelmäßig über Treppenstufen gehoben werden, wird aus dem Hilfsmittel schnell ein weiteres Hindernis. Mit einem Plattformlift kann ein Benutzer problemlos samt Rollator die Treppenstufen überwinden. Kann man die Treppen noch alleine bewältigen, macht ggf. die Anschaffung eines zweiten Rollators für das andere Stockwerk Sinn.

 

5. Rutschige Fliesen

Nasse Fliesen können mitunter ebenso glatt sein wie vereiste Gehwege. Besonders viele Stürze ereignen sich daher im Bad. Gummierte Matten oder „Anti-Rutsch-Sticker“, die es in verschiedenen Größen und Farben gibt können hier Abhilfe schaffen. In Form von Streifen oder als Meterware, lassen sich solche Aufkleber auch auf Treppenstufen anbringen.

Balkone oder Terrassen, die häufig nass werden, können alternativ mit rutschfesten Belägen wie Gummimatten oder wetterfesten, gummierten Teppichmatten ausgelegt werden. Passendes Schuhwerk und Haltegriffe oder Handläufe geben zusätzlich Sicherheit beim Betreten von glatten Böden.

Warnschild Rutschgefahr

6. Fußabtreter, Läufer und Türschwellen

Auf einem Läufer oder Fußabtreter sind sicherlich schon mehr Menschen ausgerutscht als auf einer Bananenschale. Allein die Übergänge von unterschiedlichen Bodenbelägen können das Sturzrisiko erhöhen. Sobald zusätzlich Höhenunterschiede oder hochstehende Kanten vorhanden sind, steigt auch die Sturzgefahr. Wenn möglich sollte man daher auf lose Teppiche und Läufer verzichten, da sie immer auch eine Stolperfalle darstellen.

Läufer, die auf glatten Holz-, Laminat oder PVC-Fußböden sowie auf Fliesen liegen, sollten unbedingt mit beidseitig haftenden Anti-Rutsch-Belägen („Teppichunterlage“, „Teppichstop“) gesichert werden. Diese gibt es je nach Bodenbelag in unterschiedlichen Ausführungen.

7. Hilfe annehmen bei schwierigen Arbeiten

Schnell noch die Wasserkiste in den Keller bringen, die Glühlampe wechseln oder die Gardinen aufhängen? Manche Aufgaben gehen mit zunehmendem Alter nicht mehr ganz so leicht von der Hand wie vielleicht früher einmal. Die gute Nachricht: Solche Dinge können warten! Lassen Sie Arbeiten lieber liegen, bis ihnen jemand dabei helfen kann, als dass Sie das Risiko eingehen, sich dabei zu verletzen. Nachbarn, Freunde oder Verwandte helfen sicherlich gern, auch wenn sie vielleicht nicht gleich zur Stelle sind.

Laut einer repräsentativen Umfrage der AachenMünchener Versicherung benutzen die Deutschen als Hilfsmittel beim Auf- und Abhängen der Gardinen zu

  • 25% Gegenstände wie Tische oder Hocker
  • 17% den Badewannenrand oder Toilettendeckel
  • 14% klettern sie sogar auf den Fenstersims

Fazit:

Wer des öfteren stolpert oder gar schon gestürzt ist, sollte dies in jedem Fall zum Anlass nehmen, der Ursache näher auf den Grund zu gehen und diese so weit es möglich ist aus dem Weg zu räumen. Dabei muss man bereit sein, Kompromisse einzugehen: Manche Umbaumaßnahmen gehen mit Kosten und Mühen einher und der Verzicht auf geliebte Möbel- oder Dekorationsstücke mag schwer fallen. Möglichst lange unabhängig und mobil in den eigenen vier Wänden wohnen zu können wiegt diese Umstände aber sicherlich wieder auf.

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