Wohnzimmer mit tiefen Postermöbeln

7 Tipps für altersgerechtes Wohnen

Geschrieben am 09.07.2018 von in Allgemein, Barrierefreiheit + Inklusion, Gesundheit, Sieben

Viele alltägliche Arbeiten und Gewohnheiten fallen mit zunehmendem Alter schwerer. Das sollte allerdings kein Hinderungsgrund sein, auch in hohem Alter weiterhin in der gewohnten Umgebung bleiben zu können. Damit dies möglich ist, sollte man sich allerdings rechtzeitig auf die Umstände vorbereiten, die das Älter werden so mit sich bringen. 

Spätestens wenn alltägliche Aktivitäten mit Schmerzen oder (Sturz-)Gefahren verbunden sind, sollte man sich Gedanken machen, wie man solche Gefahren zukünftig vermeidet. Oftmals lassen sich mit einfachen Mitteln Wege finden, um die eigenen vier Wände sicherer und altersgerecht zu gestalten. Einige der wichtigsten Maßnahmen, die für viele ältere Menschen hilfreich sind, haben wir im Folgenden zusammengefasst.

1. Zusätzliche Handläufe und Haltegriffe

An Treppen sollten Handläufe ohnehin immer vorhanden sein (siehe dazu auch DIN 18040), doch auch an anderen Stellen können Handläufe oder Haltegriffe sinnvoll sein. Wenn der Untergrund rutschig sein kann, wie im Bad, auf Terrassen oder Balkonen oder auf unebenen Wegen im Garten bieten Handläufe oder Haltegriffe zusätzliche Sicherheit.

2. Stolperfallen vermeiden

Wohnaccessoires und Deko sind schön und gut, dürfen aber nicht im Weg sein und dann zur Stolperfalle werden. Gleiches gilt für (rutschige) Teppich-Läufer oder lose auf dem Boden liegende Kabel. Allein der Übergang von unterschiedlichen Bodenbelägen kann das Sturzrisiko erhöhen. Nicht immer lassen sich Sicherheit und ein wohnliches Ambiente vereinen, im Zweifelsfall sollte man der Sicherheit den Vortritt geben und auf Deko oder Accessoires verzichten, wenn diese im Weg stehen.

3. Ebenerdige, schwellenlose Zugänge

Ebenso wie Treppenstufen (s.u.) können auch Türschwellen mit zunehmendem Alter zum Problem werden. Egal ob Türen zu Balkon oder Veranda oder auch der Einstieg in die Dusche: Ebenerdige, möglichst schwellenlose Zugänge erleichtern den Alltag für Senioren. Dies gilt nicht nur für Menschen, die auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind. Wer allerdings auf diese Hilfsmittel angewiesen ist, braucht zudem ein ausreichendes Platzangebot. Türen und Durchgänge sowie die Bereiche in denen man ggf. rangieren muss sollten ausreichend Platz bieten.

4. Altersgerechte Möbel

Selbst als mobiler Mensch im besten Alter hat man manchmal Probleme, aus tiefen Polstermöbeln wieder hoch zu kommen. Grade für Senioren sollten Sitzgelegenheiten etwas höher und mit Armlehnen versehen sein, um ein sicheres Platz nehmen und Aufstehen zu ermöglichen. Gleiches gilt beispielsweise für das WC. Ein zusätzlicher Haltegriff in passender Reichweite gibt auf den oftmals rutschigen Fliesen im Bad zusätzlichen Halt.

5. Auf einfache Erreichbarkeit und Bedienung achten

Wichtige Dinge, die man täglich benutzt sollten einfach zu erreichen oder zu bedienen sein. Schweres Geschirr ist zum Beispiel besser in den unteren Schränken der Küche aufgehoben als in den oberen Regalen eines Hängeschranks. Für viele alltägliche Probleme gibt es Lösungen und Hilfsmittel: Automatische Rollläden oder Garagentore, mobile Türspione oder Gegensprechanlagen oder einfach nur ein Schuhanzieher. Zahlreiche einfache und nicht unbedingt teure Hilfsmittel können den Alltag erheblich vereinfachen. Mit dem Einsatz eines Hausnotrufs haben auch Angehörige die Sicherheit, dass im Notfall schnell und unkompliziert Hilfe benachrichtigt werden kann.

6. Gute Lichtverhältnisse schaffen

Auch wenn man die eigene Wohnung in- und auswendig kennt, schlechte Lichtverhältnisse können Unfälle begünstigen. Aus diesem Grund sollten auch Lichtschalter leicht zu erreichen und intuitiv zu bedienen sein. Damit sie aus jeder Richtung nutzbar sind, müssen Schalter an Ein- und Ausgängen eines Raumes sowie oben und unten an Treppen angebracht sein. Außerdem sollte man das Licht im Schlafzimmer vom Bett aus bedienen können. Automatische Zeitschaltuhren für Lampen, beispielsweise im Treppenhaus, müssen ausreichend lange eingestellt sein, sodass man sich nicht beeilen muss, um nicht plötzlich im Dunkeln zu stehen. Nachtlichter mit Bewegungssensor helfen dabei, auch im schlaftrunkenen Zustand die Orientierung zu behalten.

7. Die Treppe sicher meistern

Wie auch im Rest der Wohnung, so sind insbesondere auf der Treppe Stolperfallen zu vermeiden. Aufklebbare Anti-Rutsch-Streifen auf den Stufen sind schnell und einfach angebracht und können zusätzliche Sicherheit bieten. Blumen oder Deko-Artikel sind andernorts besser aufgehoben als auf den Stufen oder Podesten einer Treppe. Spätestens wenn der Transport von Wäschekörben oder Einkäufen über die Treppe zum Problem wird, sollte man über einen Treppenlift nachdenken. Mit einem Plattformlift lässt sich die Treppe auch problemlos samt Rollator oder Einkäufen überwinden.

Fazit

Insbesondere wer auf jeden Fall im Alter möglichst lange zu Hause wohnen bleiben möchte, wird früher oder später um die eine oder andere Investition nicht herumkommen. Wenn klar ist, dass ohnehin etwas getan werden muss, sollte man sich rechtzeitig entscheiden und nicht erst investieren, wenn es zum Unfall gekommen ist.

Schon gewusst? Altersgerecht bedeutet nicht barrierefrei!

Viele Wohnungen werden als „seniorengerecht“ oder „altersgerecht“ angepriesen. Es gibt allerdings keine rechtliche Grundlage, wie eine Wohnung ausgestattet sein muss, um als solche bezeichnet zu werden. Letztendlich darf man auch eine ganz normale Wohnung so benennen. Auch eine „behindertengerechte“ Wohnung ist eventuell nur auf die Bedürfnisse eines Menschen mit einer ganz individuellen Einschränkung zugeschnitten und nicht unbedingt für Senioren geeignet.

Anders verhält es sich bei „barrierefreien“ Wohnungen. Diese müssen gemäß der DIN 18040-2 ausgestattet sein und sollten für Senioren ideal sein. Menschen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, sollten auf den Zusatz „barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar“ achten. In so bezeichneten Wohnungen ist das Platzangebot in besonderem Maße für Rollstuhlfahrer ausgerichtet.

Tags: , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.