Die "Racist Glasses" im Lernlabor "Anne Frank. Morgen mehr."

Das Lernlabor „Anne Frank. Morgen mehr.“ in Frankfurt am Main

Geschrieben am 16.07.2018 von in Barrierefreiheit + Inklusion, Reise + Freizeit, Treppenlifte + Aufzüge

„Morgen mehr.“ Mit diesem Ausblick schloss Anne Frank ihren ersten im Versteck in Amsterdam geschriebenen Tagebucheintrag, verfasst am 8. Juli 1942. Fast 76 Jahre später, am 12. Juni 2018, greift das neu gestaltete Lernlabor „Anne Frank. Morgen mehr“ in Frankfurt am Main den berühmten Kapitelabschluss erneut auf.

Im Lernlabor ist „Morgen mehr.“ gewissermaßen die Aufforderung, die Geschichte von Anne Frank spielerisch mit Fragen an unsere heutige Gesellschaft und ihre Entwicklung zu verknüpfen. Sich selbst bewusst zu werden, wie wir jeglichen Formen von Diskriminierung auch in Gegenwart und Zukunft entgegentreten können. Ein sehr wichtiges Thema also, welches dasLernlabor in den Fokus der Öffentlichkeit rücken will.

Das Konzept des Lernlabors

„Anne Frank. Morgen mehr.“ ist als ein Bildungsangebot für Jugendliche und junge Erwachsene konzipiert, welches das Motto „Deine Meinung zählt!“ in den Mittelpunkt stellt. Statt des oftmals bemühten erhobenen Zeigefingers soll der Spaß daran geweckt werden, die eigene Lebenswirklichkeit zu betrachten und auf dieser Basis mit anderen ins Gespräch zu kommen. „Wir zeigen, dass es Spaß machen kann, sich selbst zu hinterfragen und irritieren zu lassen“, beschreibt Dr. Meron Mendel, der Direktor der Bildungsstätte, das zugrundeliegende Konzept.

Klassische Exponate wie eine Kopie des berühmten Tagebuchs von Anne Frank sind im Lernlabor daher die Ausnahme. Stattdessen laden verschiedene Stationen die Besucher zur lebendigen Interaktion ein. Ob die Rassistenbrille (siehe Titelbild), eine spezielle Brille, die diskriminierende Stereotype des alltäglichen Lebens aufdeckt, oder die Station Hate Speech, an welcher Hassrede im Internet erkannt und eingeschritten werden soll: Die etwa 30 Stationen knüpfen vielfach unmittelbar an die Lebenswirklichkeit der jugendlichen Besucher an.

Dabei wird der interaktive Mitmachcharakter des Lernlabors durch digitale Medien unterstützt. Jeder Besucher bekommt ein Tablet mit auf den Weg, um so in Eigenregie tiefer in die Ausstellung einzutauchen. So ist es beispielsweise möglich, sich über bewegte Bilder auf dem Bildschirm in die Originalzimmer des „Hinterhauses“ in Amsterdam zu versetzen, in welchem sich die Familie Frank während des Zweiten Weltkriegs versteckt hielt.

Positive Resonanz nach der Eröffnung

Seit knapp einem Monat ist das neugestaltete Lernlabor mittlerweile eröffnet. Nach einem erfolgreichen Eröffnungstag am 12. Juni, bei dem unter anderem die 97-jährige Frankfurter Ehrenbürgerin und KZ-Überlebende Trude Simonsohn sowie der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann zu Gast waren, blickt das Team des Lernlabors optimistisch in die Zukunft. Die Resonanz auf die Ausstellung fiel überaus positiv aus, viele Lehrerinnen und Lehrer, die bereits zu Besuch waren, wollen mit ihren Schulklassen auch in Zukunft gerne wiederkommen.

 

Wir von HIRO LIFT freuen uns außerdem, dass der barrierefreie Zugang zur Ausstellung auch mit Rollstühlen oder Rollatoren möglich ist. Dafür sorgt ein Plattformlift vom Typ HIRO 320 für kurvige Treppenverläufe.

Plattformlift HIRO 320 im Lernlabor Anne Frank

Hinweise:

Das Lernlabor ist von montags bis freitags für Gruppen geöffnet: An diesen Tagen ist entweder ein zweistündiger Besuch (Ausstellung; 60 € + 1 € pro Person) oder ein vierstündiger Besuch (Ausstellung + Workshop; 90 € + 1 € pro Person) möglich. Da der Besuch pädagogisch begleitet wird, ist eine Voranmeldung per E-Mail erforderlich.

Für Einzelbesucher und -besucherinnen ist das Lernlabor samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr geöffnet (Eintritt: 5 € pro Person ab 18 Jahren). Hier ist die Kapazität auf maximal 20 Personen beschränkt, weshalb ebenfalls um eine Voranmeldung per E-Mail gebeten wird.

Die Anmeldung für einen Besuch des Lernlabors ist per E-Mail an Frau Nabeela Khan von der Bildungsstätte Anne Frank möglich: nkhan@bs-anne-frank.de. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es auf der Webseite der Bildungsstätte Anne Frank.

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Eine Antwort zu “Das Lernlabor „Anne Frank. Morgen mehr.“ in Frankfurt am Main”

  1. Angela S. sagt:

    Das ist ja super!

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