Personenaufzug

Der Unterschied zwischen Personenaufzug und Hausaufzug

Geschrieben am 25.09.2018 von in Allgemein, Barrierefreiheit + Inklusion, Treppenlifte + Aufzüge

Insbesondere in öffentlichen und viel frequentierten Gebäuden kommen in der Regel klassische Personenaufzüge zum Einsatz, um die Erschließung aller Etagen für Jedermann zu gewährleisten. Für den Heimbedarf in privaten Wohnhäusern ist ein Personenaufzug jedoch nicht immer die beste Wahl. Die vergleichsweise hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten rechnen sich für viele Kunden nicht. Ein sogenannter Hausaufzug (auch Homelift, Senkrechtaufzug oder Plattformlift genannt) ist nicht nur günstiger, sondern lässt sich mit deutlich geringerem Aufwand in bestehende Gebäude nachrüsten. Doch worin genau liegt der Unterschied zwischen Personenaufzug und Hausaufzug?

Personenaufzüge

Wenn ein Aufzug so konstruiert ist, dass sich die Kabine mit einer Geschwindigkeit von mehr als 0,15 Metern pro Sekunde nach oben oder unten bewegt, dann gilt für die Anlage die Normenreihe DIN EN 81. Diese beschreibt „Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen“.

Der Abschnitt DIN EN 81-20 legt beispielsweise die Konstruktion, die technischen Eigenschaften sowie die Bedingungen für den Einbau eines Aufzugs fest. Unter der DIN EN 81-50 finden sich Vorschriften für die Berechnungen und Prüfungen der einzelnen Komponenten des Aufzugs. Wie der Aufzug möglichst behindertengerecht ist, gibt die DIN EN 81-70 vor. Vor mutwilliger Zerstörung und Vandalismus sollen die Maßnahmen schützen, die in der DIN EN-81-71 beschrieben sind.

Durch diese zahlreichen Vorschriften soll sichergestellt werden, dass Personenaufzüge sicher und zuverlässig funktionieren, auch wenn sie häufig genutzt und viele Personen oder hohe Lasten mit hoher Geschwindigkeit transportieren. Dabei sind regelmäßige Prüfungen durch anerkannte technische Prüforganisationen (z.B. den TÜV) gesetzlich vorgeschrieben (gemäß BetrSichV §§ v15 – 16). Ob und wann ein öffentlicher Personenaufzug zuletzt geprüft wurde, kann man anhand einer Prüfplakette ähnlich wie auf dem Nummernschild eines Autos erkennen. Diese Plakette sollte sich gut sichtbar in der Kabine befinden.

Hausaufzüge

Aufzüge bis zu drei Meter Förderhöhe und einer Geschwindigkeit von höchstens 0,15 Meter pro Sekunde fallen nicht unter das oben genannte Aufzugsrecht. Sie gelten offiziell nicht als Personenaufzüge, sondern als „in Gebäude eingebaute Maschinen“. Die Sicherheit wird bei diesen Anlagen durch die Maschinenrichtlinie MRL 2006/42/EG festgelegt. Bei Privatpersonen und in Privathäusern ohne Vermietung entfallen zudem die regelmäßigen TÜV-Prüfungen.

Aufgrund der geänderten Anforderungen hinsichtlich Geschwindigkeit und Förderhöhe sind Homelifte in der Regel anders konstruiert als Personenaufzüge. Statt eines hydraulischen oder seilbetriebenen Antriebs wird ein Hausaufzug in der Regel durch eine Spindel angetrieben. Viele Hausaufzüge haben zudem keine Kabine, sondern eine einfache Plattform, die in dem Schacht auf- und abwärts fährt. Durch das geringere Gewicht und die geringere Tragfähigkeit können diese Homelifte oftmals mit dem haushaltsüblichen Stromanschluss betrieben werden. Aufgrund der einfacheren Konstruktion benötigen sie zudem weniger Platz, keinen Maschinenraum und auch keine tiefe Schachtgrube. Die bauseitigen Vorbereitungen für den Lift sind also sehr viel einfacher zu bewerkstelligen. All dies spart erleichtert den Einbau und spart Ressourcen, was sich natürlich auch im günstigen Preis eines Hausaufzugs niederschlägt.

Fazit

Herkömmliche Personenaufzüge kennt man vor allem aus öffentlichen Gebäuden. Sie sind schnell und können große Lasten transportieren. Hausaufzüge hingegen sind für kleinere Lasten ausgelegt und fahren langsamer. Dafür sind sie deutlich kostengünstiger und lassen sich wesentlich einfacher nachträglich in bestehende Gebäude integrieren.

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