Treppenlift außen an einem Wohnhaus

7 Fakten, die Sie noch nicht über Treppenlifte wussten

Geschrieben am 30.10.2018 von in Allgemein, Treppenlifte + Aufzüge

Natürlich denkt man beim Thema Treppenlift in erster Linie an einen kleinen Stuhl- oder Sitzlift, der in einem Privathaus steht. Die Aufgabe der allermeisten Treppenlifte ist es nun mal, für den barrierefreien Zugang in der eigenen Wohnung zu sorgen, wenn das Treppensteigen zum Problem wird. Formal gesehen ist aber jede Art von Aufzug schräg entlang einer Treppe auch ein Treppenlift.

Der größte Treppenlift

So gesehen ist Europas größter Treppenlift wahrscheinlich der Lärchwandschrägaufzug, der im österreichischen Kaprun bis zu 185 Personen in die spektakuläre Bergwelt über Zell am See transportiert. Mit einer Breite von mehr als acht Metern ist dieser Aufzug größer als so manches Treppenhaus.

Der erste Treppenlift

Historiker gehen davon aus, dass der erste Treppenlift der Welt im englischen Whitehall Palast stand. In der damaligen Hauptresidenz des britischen Monarchen in London residierte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts der englische König Heinrich der VIII. Nachdem dieser in Folge eines Reitunglücks stark an Gewicht zugelegt hatte, ließ er sich eine Hebevorrichtung im Schloss einbauen, mit der er die Treppe mühelos und barrierefrei bewältigen konnte. Dieser erste Treppenlift wurde natürlich nicht von einem Motor angetrieben, sondern über Flaschenzüge durch die Kraft seiner Bediensteten.

Bekannte Treppenlift-Nutzer

Neben König Heinrich dem VIII., der somit der erste Treppenlift-Nutzer überhaupt war, gibt es viele weitere bekannte Persönlichkeiten, die auf einen Treppenlift angewiesen sind oder waren. Natürlich redet nicht jeder Prominente gern darüber, dass ihm das Treppensteigen Schwierigkeiten bereitet. Als die ersten Treppenlifte auf den Markt kamen, war das anders. Der Treppenlift war eine neue Erfindung, die den Alltag bereicherte wie eine Küchenmaschine oder ein Staubsauger. Zu den bekannten Nutzern der ersten Treppenlifte zählen Erfinder und Großindustrielle ebenso wie Prominente aus Film und Fernsehen: Thomas Edison, die Unternehmer John D. Rockerfeller, Henry Ford, Walter Chrysler und der Kodak-Gründer George Eastman waren ebenso Treppenlift-Nutzer wie zum Beispiel der Entertainer Groucho Marx.

Die Geschwindigkeit von Treppenliften: Gesetzlich abgeriegelt

0,15 Meter pro Sekunde ist die magische Schallmauer für Aufzüge und Treppenlifte. Bewegt sich der Stuhl, die Plattform oder die Kabine eines Lifts schneller, so fällt die Anlage unter die europäische Normenreihe DIN EN 81. Für solche Anlagen sind unter anderem regelmäßige Prüfungen durch anerkannte Prüforganisationen (wie beispielsweise den TÜV) vorgeschrieben. Wesentlich günstiger in der Anschaffung und im Unterhalt sind Anlagen, die sich langsamer auf- und abwärts bewegen. In der Regel fallen diese dann nicht unter das Aufzugsrecht, sondern unter eine weniger strenge Maschinenrichtlinie. Aufgrund der niedrigeren Geschwindigkeit können also die regelmäßigen Prüfungen und weitere strenge Sicherheitsauflagen entfallen. Darüber hinaus werden viele Treppenlifte zusätzlich in der Geschwindigkeit gedrosselt, wenn sie um Kurven fahren. So wird eine möglichst ruckelfreie und angenehme Fahrt garantiert.

Allrad- oder Zahnradantrieb

Den ersten Treppenlift hat HIRO LIFT in den 70er Jahren auf den deutschen Markt gebracht. Bald kamen weitere Anbieter hinzu und schon in den 80er Jahren gab es ein breites Produktspektrum sehr unterschiedlicher Lifte. Die Technik, die damals zum Einsatz kam war recht unterschiedlich. HIRO LIFT setzte anfangs bei vielen Treppenlift-Modellen auf den sogenannten Schnecke-Segment-Antrieb. Heute werden die meisten Treppenlifte entweder über einen Zahnradantrieb oder einen Traktionsantrieb bewegt. Beim Traktionsantrieb greifen jeweils zwei Rollen um zwei runde Edelstahlrohre. Der Lift wird also von vier Rollen angetrieben, die auf der Rückseite des Stuhl- oder auch Plattformlifts sitzen. Bei vielen anderen Anlagen sitzt unten im Lift ein Zahnrad, das in eine Zahnstange greift, die sich in der Fahrbahn befindet. In der Regel gilt der Traktionsantrieb vor allem auf kurvigen Strecken als laufruhiger. Da man beim Traktionsantrieb auf Schmiermittel an der Fahrbahn verzichten kann, ist er zudem sauberer.

Die Fahrbahn

Wie ein herkömmlicher Personenaufzug auf einen Schacht angewiesen ist, so benötigt ein Treppenlift eine Fahrbahn. Um dem Wort Treppenlift gerecht zu werden, sollte diese Fahrbahn natürlich entlang der Treppe geführt werden. Technisch gesehen ist das aber gar nicht notwendig. Die Fahrbahn kann ebenso entlang eines Weges oder anderer baulichen Elemente geführt werden, die eine feste Verankerung ermöglichen. Die Fahrtzeit von einer Haltestelle zur nächsten variiert je nach der Fahrbahnlänge. Wird der Lift bei einer gewendelten Treppe beispielsweise innen geführt, so ist die Fahrbahnlänge kürzer und der Nutzer schneller oben, als bei einem sogenannten Außenläufer.

Ein Treppenlift ist kein Hilfsmittel

Im Gegensatz zu Rollatoren, Rollstühlen oder Hörgeräten sind Treppenlifte nach der Hilfsmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses kein Hilfsmittel. Als Hilfsmittel gelten nach einem Urteil des Bundessozialgerichtes nur Gegenstände, die am Körper getragen oder vom Benutzer mitgeführt werden können.

Die Kostenübernahme oder -bezuschussung bei der Anschaffung eines Treppenliftes fällt daher nicht in den Zuständigkeitsbereich der gesetzlichen Krankenkassen. Wurde dem Benutzer allerdings ein Pflegegrad zugewiesen, so übernimmt in der Regel die Pflegeversicherung einen Teil der Anschaffungskosten. Dies können bis zu 4.000 € für jeden Benutzer des Lifts sein.

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