Rampen: Licht und Schatten

Rampen: Licht und Schatten

Hin und wieder werden wir gefragt, ob es nicht ausreicht, statt einer Rollstuhl-Hebebühne oder eines Schrägaufzugs eine Rampe zu installieren. Und wie immer ist die Antwort gar nicht so einfach. Die Frage, ob eine Rampe möglich ist hängt von vielen Faktoren ab. Grundsätzlich gilt: Für fest installierte Rampen, die von Rollator- und Rollstuhlfahrern oder von Kinderwagen mit Begleitperson befahren werden sollen gelten Regelungen, die beispielsweise in der DIN Norm 18040 für barrierefreies Bauen festgeschrieben sind.

In Treppe integrierte Rampe
Foto: Alyson Hurt
Flickr (CC BY 2.0)

Demzufolge darf eine Rampe eine Steigung von höchstens 6% aufweisen. Spätestens alle 6 Meter sowie am Anfang und am Ende der Rampe ist ein Zwischenpodest vorgeschrieben. Diese ebene Bewegungsfläche muss mindestens 1,5 Meter lang sein. Eine Rampe mit zwei Längen (à 6 Meter) und drei Podesten (Anfang, Mitte und Ende) ist dann mindestens 16,5 Meter lang. Überwinden kann man damit ein Höhenunterschied von maximal 72 Zentimeter. 
Rampen, die wie auf dem Bild rechts in Treppen integriert sind, sehen schick aus. Allerdings fehlen ihnen oftmals die nach DIN-Norm vorgesehenen Radabweiser mit einer Höhe von 10 Zentimetern und beidseitige Handläufe.

Strenge Auflagen bei der Barrierefreiheit

All diese Vorgaben klingen zunächst streng, sie machen aber Sinn. Bei fest verankerten Rampen ist davon auszugehen, dass Rollator- und Rollstuhlfahrer sie ohne fremde Hilfe benutzen. Höhere Neigungswinkel stellen nicht nur eine große körperliche Anstrengung dar. Es besteht vor allem die Gefahr, dass Rollstuhlfahrer beim Herauffahren hinten über kippen.

zu steile Rampe an einer Treppe

Von der Benutzung einer Rampe, die einfach auf eine normale Treppe mit einem Neigungswinkel von mehr als 20° aufgelegt ist, ist mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen dringend abzuraten. Eventuell ist eine solche Rampe hilfreich, um ein Fahrrad die Treppe hoch zu schieben. Ansonsten ist eine solche Rampe bestenfalls für wagemutige Skateboardfahrer geeignet.

Unproblematisch sind hingegen in der Regel mobile Rampen, mit denen ein oder zwei Treppenstufen überbrückt werden können. Diese werden oft eingesetzt, um den Zugang beispielsweise zu Cafés oder Geschäften zu ermöglichen. Hier ist davon auszugehen, dass die Person, die die Rampe auslegt, den Rollstuhlfahrer bei der Benutzung absichert. Nicht unerwähnt lassen wollen wir an dieser Stelle das Projekt Tausendundeinerampe. Die Initiatoren sammeln fortlaufend Spenden, um soziale Einrichtungen, Vereine und gemeinnützige Organisationen mit kostenlosen mobilen Rampen zu unterstützen.

Weiterführende Links:

  • Das manche Rampen noch weniger Sinn machen als das obige Beispiel aus unserer Heimatstadt Bielefeld zeigt diese englische Internetseite.
  • Physikbegabte erfahren auf Wikipedia und Leifiphysik.de noch mehr über die Berechnungen von Rampen.

Wer sich seine eigene Rampe bauen will, kann das natürlich auch tun:

3 Gedanken zu “Rampen: Licht und Schatten”

  1. Hallo,

    sehr informativer Artikel, es gibt meiner Meinung nach immer noch viel zu wenige Rampen und Aufzüge die es Rollifahren einfach machen sich durch die Stadt zu bewegen.

    LG

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